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                <text>18.04.2007&#13;
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&lt;b&gt;Bei dem Massaker an der UniversitÃ¤t in Blacksburg im Bundesstaat Virginia sind noch viele Fragen offen - unter anderem das Motiv des AmoklÃ¤ufers&lt;/b&gt;&#13;
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WASHINGTON taz Fast wirkte es gespenstisch, wie routiniert die US-amerikanische Ã–ffentlichkeit mit Amoklauf in Schulen und UniversitÃ¤ten umgeht. Erste Handy-Bilder im Fernsehen. Kurze Zeit spÃ¤ter eine Armada von Ãœ-Wagen und Reportern, schlieÃŸlich die ersten bestÃ¼rzten Augenzeugen, die immer wieder sagen, sie kÃ¶nnten es nicht fassen und alles sei so schrecklich.&#13;
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Auch die US-Politiker wirkten traurig, aber so, als habe Leben in Amerika eben seinen Preis. PrÃ¤sident George W. Bush, Parlamentschefin Nancy Pelosi, alle sprachen sie Ã¼ber das Unfassbare, Tragische. Alles klang, wie schon manches Mal gesagt. Nur Stunden nach dem, was die US-Medien als "Massaker in Blacksburg" bezeichnen, schwÃ¤rmten Trauerbegleiter auf den Campus der kleinen Stadt im US-Bundesstaat Virginia. Psychologen und FBI-Profiler gaben ihr Wissen in Interviews zum Besten, und erste Warnungen vor Nachahmungstaten machten die Runde.&#13;
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Vielleicht ist es auch nur das, was man zu einem so kaltblÃ¼tigen Amoklauf wie dem vom Montagmorgen sagen kann. Die SchÃ¼sse, berichteten Augenzeugen spÃ¤ter, seien so regelmÃ¤ÃŸig erfolgt, dass manche zunÃ¤chst glauben, sie kommen von einer nahe gelegenen Baustelle. So, als treibe ein Kolben ein Stahlrohr in den Grund. Ein Schuss folgte dem anderen, manchmal mit Pausen. Das waren die Momente, in denen der TÃ¤ter sein Magazin nachlud, um dann ebenso ruhig und regelmÃ¤ÃŸig weiter seine Kommilitonen abzuknallen.&#13;
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Die Bluttat sei von einem sÃ¼dkoreanischen Studenten namens Cho Seung Hui verÃ¼bt worden, sagte der Polizeichef der UniversitÃ¤t, Wendell Flinchum. Der 23-JÃ¤hrige habe mit einem AuslÃ¤ndervisum an der Virginia-Tech-UniversitÃ¤t Englisch studiert und in einem Wohnheim auf dem Campus gelebt.&#13;
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Der TÃ¤ter hat 33 Studierende und Professoren erschossen sowie 15 Menschen verletzt. Die Bluttat fand in einer Deutschklasse statt. Beim Eintreffen der Polizei habe sich der SchÃ¼tze das Leben genommen, sagte Flinchum. Der junge Mann soll sich von hinten in den Kopf geschossen haben, von seinem Gesicht ist nichts mehr Ã¼brig geblieben. Zu seinem Motiv gab es keine ErklÃ¤rungen. Nichts.&#13;
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Vor dem Amoklauf waren am frÃ¼hen Montagmorgen eine Studentin und ein Student in einem Wohnheim auf dem Campus getÃ¶tet worden. Die Polizei untersucht nach den Worten von Flinchum, ob beide FÃ¤lle in einem Zusammenhang stehen. Eine Augenzeugin sagte, es handele sich um einen jungen Mann asiatischer Abstammung. "Er war wie ein Pfadfinder gekleidet", sagte sie im Fernsehen. Schnell richtete sich die Wut vieler Studenten gegen die Polizei, die nach der ersten SchieÃŸerei, der eine junge Frau und ein junger Mann zum Opfer fielen, eigentlich nichts unternommen hatte. Sie hatte zugelassen, dass der Lehrbetrieb fortgesetzt wurde. Weder wurde der Campus abgeriegelt, noch wurden die Studenten geschÃ¼tzt. Der AmoklÃ¤ufer hatte fast zwei Stunden Zeit, den Campus zu Ã¼berqueren und sein Todeswerk in einem anderen GebÃ¤ude der UniversitÃ¤t fortzusetzen. Vertreter der UniversitÃ¤t rechtfertigten das Verhalten damit, dass die erste Bluttat als Einzelfall bewertet wurde. Viele der Betroffenen werfen den Verantwortlichen deswegen vor, sie hÃ¤tten viel zu spÃ¤t vor dem AmoklÃ¤ufer gewarnt. Ãœberhaupt tauchte im Laufe des Montagabend noch die Nachricht auf, die Polizei habe zwei Bombenwarnungen auf dem Campus zu Beginn des Monats als Routinedrohung abgehakt und keine verschÃ¤rften SicherheitsmaÃŸnahmen angeordnet.&#13;
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Der Amoklauf begann einem Mitstudenten zufolge nach einem Streit des TÃ¤ters mit seiner Freundin. Der SchÃ¼tze habe seine Freundin im Streit erschossen, berichtete am Dienstag ein taiwanesischer Student in einem Interview des taiwanesischen Kabelfernsehkanals CTI aus den USA. Einen Mann, der den Streit schlichten wollte, habe er ebenfalls getÃ¶tet. Am Schwarzen Brett der UniversitÃ¤t hatten Studenten spÃ¤ter eine Botschaft angepinnt. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei der Technischen UniversitÃ¤t von Virginia und bei allen, die von den Ereignissen am 16. April betroffen sind." Das Blutbad in Blacksburg gilt als das schwerste Massaker mit Schusswaffen in der Geschichte der Vereinigten Staaten.&#13;
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ADRIENNE WOLTERSDORF&#13;
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"mit freundlicher Genehmigung der taz - die &#13;
tageszeitung"&#13;
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UrsprÃ¼ngliche Quelle: taz, die tageszeitung&#13;
&lt;a href="http://www.taz.de/index.php?id=archiv&amp;dig=2007/04/18/a0141"&gt;http://www.taz.de/index.php?id=archiv&amp;dig=2007/04/18/a0141&lt;/a&gt;</text>
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